MONTAFON
|
SKIFAHREN
|
SLOW TRAVEL

Die Entdeckung der Langsamkeit

by Lena Stoffel

Ein paar Tage Urlaub im Montafon. Ein paar Tage eintauchen in eine Umgebung, die weniger braucht. Weniger Raum, weniger Planung, weniger Technologie. Ein paar Tage in einem dieser schönen Tiny Cabins. Über ihren Aufenthalt bei uns und die Entdeckung der Langsamkeit schreibt die liebe Lena, Profi-Skifahrerin aus Innsbruck, in ihrem Gastbeitrag.

Meine Winter sind von vielen Tagen im Schnee, mit viel Planung und vielen Planungsänderungen, geprägt. Immer dem besten Schnee hinterher, versuche ich so produktiv wie möglich zu sein, um für mich und meine Sponsoren das Beste herauszuholen. Tolle Fotos zu machen, und schöne Geschichten zu schreiben. 

Die Zeit in der Cabin haben ich und mein Partner genutzt, um die Tage mal etwas langsamer zu verbringen. Einfach dort zu sein, nur mit meiner analogen Kamera ausgestattet. Ohne digitale Kamera, mit der man sehr sehr viele Bilder macht und am Ende aus diesen auswählen muss. 

Ich genieße die analoge Fotografie sehr, da sie diese Langsamkeit erfordert. Sie braucht viel Zeit und Liebe zum Detail. Man benötigt ein offenes Auge und die Fähigkeit zu filtern, was nun ein Foto wert ist und wie ich dieses Foto am Ende haben will. Es entschleunigt und ist spannend.

Angekommen in der Cabin fühlten wir uns direkt sehr wohl. Die natürlichen Materialien und das Interior beschränkt sich auf das Wesentliche. Praktisch und gemütlich. Mit dem Geruch des Fichtenholzes und der „cabinfeels“ Playlist, die man sofort mittels QR Code am Handy abspielen kann, ist man sofort in der Langsamkeit. Die Liebe zum Detail spürt man auch hier.

Diese Herangehensweise auch mit in die Planung für einen Skitag zu nehmen, war super. Die Schneebedingungen waren nicht die Besten und wären an einem anderen Ort in Österreich um einiges besser gewesen. Aber das Montafon bei wunderschönem Wetter zu entdecken, hat überwogen. Wir nutzten die Zeit, um das kleine Skigebiet im Bergdorf Gargellen zu erkunden. Wir waren einen Tag mit dem Snowboard auf der Piste und einen Tag mit einer kleinen Skitour außerhalb des Skigebiets unterwegs. Gargellen war für uns ein neues Skigebiet und es ist immer schön in einer neuen Umgebung mit offenen Augen einen Skitag zu erleben. Neue Berge, neue Pisten, neue Varianten und Skitouren. Somit verbrachten wir unseren ersten Tag mit dem Snowboard im Skigebiet und zogen unsere Carving Versuche in die super präparierten Hänge, die sich unterhalb der beeindruckenden Madrisa entlangziehen. Wir erspähten unsere Skitour für den nächsten Tag und studierten Berge, Gelände und Karten in dieser Landschaft, die unendliche Möglichkeiten bietet. 

Abends bestellten wir uns einen Burger beim Restaurant „Pferd auf Wolke“, die einen Lieferservice in die Cabin anbieten. Das ist wirklich Luxus, da man heim kommt in die Gemütlichkeit und den Abend ohne Gedanken an Einkaufen oder Kochen verbringen kann. Und lecker war es auch noch! Sehr sogar! 

Am nächsten Tag trafen wir meine Eltern am Parkplatz in Gargellen und machten uns auf zur Bergstation. Nach ein paar Fahrten auf der Piste fellten wir unsere Ski für dire Tour auf und nur einige Meter nachdem wir das Skigebiet verlassen hatten, fühlten wir uns wie in einer anderen Welt. Keine Infrastruktur mehr zu sehen, stiegen wir auf das Gafierjoch auf. Wunderschöne Bergsichten und Talblicke in die Schweiz eröffneten sich vor uns und ließen uns träumen. Diese kurze aber schöne Tour bot uns einen tollen unverspurten Hang zurück Richtung Skigebiet. Danach ein Bierchen und was zu Essen auf der Sonnenterrasse. Was will man mehr?

Die Tage haben mir wieder gezeigt, was es mit einem macht, wenn man einfach die Gegebenheiten, sei es Wetter oder Schneeverhältnisse so annimmt, wie sie sind und sich mit offenen Augen und mit dem Blick für das Detail, auf Momente einlässt. Es macht einen zufrieden und ausgeglichen. 

Drei Wochen später sind nun die analogen Fotos und die Erinnerungen aus dem Fotolabor gekommen. Sie sind wirklich toll geworden. 


cabinski - ich komme sicher wieder. 

Danke Lena für deine Worte zur Langsamkeit und die wunderschönen, analogen Fotos - die uns alle träumen lassen. Von weniger Planung und Technologie. Von Mehr Langsamkeit und dem einfachen Sein.